Gütliche Einigung mit GEMA
BDT erzielt Verhandlungserfolg

Dank der massiven Einflussnahme des BDT (Bundesverband deutscher Diskotheken
und Tanzbetriebe) gelangte die GEMA nach zähen Vertragsverhandlungen jetzt zu
dem Entschluss, den Diskothekentarif ab dem 1. Januar 2003 "nur" um 6,3 % zu erhöhen. Angesichts der im Raum stehenden Forderungen von zum Teil über 50 %
ein Ergebnis, das noch vertretbar ist.

Die GEMA-Gebühren waren am 14. Oktober und 15. Oktober 2002 eines der beherr-
schenden Themen sowohl auf der Mitgliederversammlung des BDT in Osnabrück als
auch im Anschluss daran beim "disco-contact 2002" in der Diskothek "Aura" in Ibbenbüren.
In seinem Seminarvortrag "Diskotheken im Visier der GEMA" machte BDT-Geschäfts-führer RA Stephan Büttner auf die Problematik der GEMA-Gebühren aufmerksam und
konnte am Ende seiner Ausführungen den anwesenden Diskothekenbetreiber die
"frohe Botschaft" verkünden. Hinsichtlich des ebenfalls von der GEMA erhobenen Zuschlages für Vervielfältigunsrechte, der all jene betrifft, die Musik von selbstgebrannten CDs spielen oder deren Musik über
PCs oder Laptops läuft, konnte der BDT eine Reduzierung von 50 % auf nur 30 %
des Diskothekentarifes erreichen. Wer auf den Einsatz selbstgebrannter CDs ver-
zichten will, sollte sich mit einem Vertrag gegenüber dem DJ absichern. Der BDT
stellt hierzu Muster-DJ-Verträge zur Verfügung (Tel.:030/726252-28).
Dass die Branche mit diesen Ergebnissen gut leben kann, machte Stephan Büttner
in seinem Vortrag deutlich.
Grundsätzlich ist die GEMA nämlich schon seit geraumer Zeit der Ansicht, dass die
Diskotheken deutlich zu wenig zahlen würden und zieht dabei den Vergleich zu den ebenfalls GEMA-pflichtigen Tanzlokalen mit Live-Musik und zu den Nachbarländern,
in denen die Diskotheken höhere Gebühren zahlen.
So fordert die GEMA neue Kriterien der Berechnungsgrundlage. Nicht länger soll nur
die Größe eines Betriebes entscheidend sein, sondern zusätzlich die Anzahl der
wöchentlichen Öffnungstage und die Höhe der Eintrittsgelder . Für die Diskotheken hätte dies eine Gebührenerhöhung von 50 % und mehr bedeuten können. Mit der Erhöhung um 6,3 % konnten die Forderungen nun abgeweht werden.
"Für 2003 ist damit erst einmal der GEMA-Diskothekentarif in trockenen Tüchern",
äußerte sich Stephan Büttner gegenüber der discret-Redaktion.
"Welche Regelung allerdings für das Jahr 2004 gelten wird, ist noch fraglich", gab der BDT-Geschäftsführer zu bedenken.

Quelle: "discret - Fachjournal der Unterhaltungsgastronomie, Ausgabe 11/2002"